In der Not hilft Gandhi ...

Kürzlich hat mich unser Pferd an einen Satz Gandhis erinnert: „Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.”


Mogli hat mir bewiesen, dass das tatsächlich funktioniert. (Jeder Pferdekenner weiß das aber ohnehin.) Er war nicht zu bändigen, hatte sich losgerissen – inklusive Sattel und Zaumzeug – und mit wilden Galoppsprüngen gings über die Felder in den Sonnenuntergang. – Wenn ein Pferd im Galopp nur noch halb so hoch ist wie sonst, dann ist es richtig schnell. So wie ein Sportwagen, der ja auch viel niedriger ist als ein Autobus.

 

Dann kam er wieder retour, inzwischen hatte er sich mit einem Bein im Zügel verfangen. Wirklich gefährlich, doch ihm war's egal. Und weil Pferde Herden- und Fluchttiere zugleich sind, hat er auch die Pferde auf der Koppel daneben zum Herumrasen animiert – und sobald er Pause machte, steckten sie ihn wiederum mit ihrem wilden Galopp an. Dazwischen rannte auch noch unser kleiner Jack Russell hysterisch kläffend herum und fand das alles irrsinnig lustig. Gefährliches Chaos und aufgeheizte Stimmung also. Ein schlimmer Unfall war nicht mehr ganz unwahrscheinlich.


Und meine Tochter und ich mittendrin. Hilflos. Das einzige, was wir tun konnten, war ruhig zu bleiben. Wirklich ruhig, von ganz tief drinnen. Wortlos verwandelten wir uns in Ruhe schlechthin. Und strahlten diese Ruhe gnadenlos so weit aus, wie wir konnten. Es funktionierte. Mogli blieb stehen, ließ sich aus seinem Zügel befreien und wegführen.

 

Das funktioniert nicht nur mit Ruhe, sondern auch mit Frieden und sonst noch mit einigen Dingen. Davon bin ich überzeugt. Mit Aggression oder Angst natürlich auch. Und auch nicht nur mit Pferden, sondern mit Menschen genauso. Deshalb: Wenn rundherum Angst oder Aggression herrscht, lass dich nicht anstecken und sei das, was du in der Welt gerade sehen willst. Und zwar ehrlich. Faken wirkt nicht. Nicht bei Pferden und nicht bei Menschen.

Muss ein Journalist objektiv sein?

Kommt darauf an, ob er gerade in seiner Rolle als Journalist tätig ist, ober ob er am Stammtisch sitzt, würde ich sagen. Und es kommt darauf an, ob er einen Blogartikel schreibt, oder in den Abendnachrichten des ORF eine Politikerin interviewt.

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